Besuch der Villa Adriana und Villa d’Este

„Das ist alles so riesig!“, fasst es ein Schüler neben mir fast ehrfürchtig zusammen. Wir stehen am Pecile, dem zentralen Schwimmbecken von der Größe eines kleinen Baggersees. Kaiser Hadrian hat es vor fast zweitausend Jahren hier in Tivoli, einen knappen Tagesmarsch nordöstlich von Rom, anlegen lassen. Daneben einen imperialen Palast, einen Winterpalast und auf 120 Hektar einen riesigen Park, vollgestopft mit Trophäen von allen Besitztümern Roms.
Noch heute finden sich an jeder Ecke Fragmente von Säulen, Büsten und Mosaiken.
Über viele Jahrhunderte wurden die Schätze des Areals geplündert. Die Besucher damals werden von der Opulenz noch beeindruckter gewesen sein als wir heute.
Seit 1999 gehört die Villa Adriana zum UNESCO-Kulturerbe. Bereits im 16. Jahrhundert war sie Vorbild für andere Gärten der Renaissance wie z.B. der nahegelegenen Villa d’Este, die wir auch besichtigen durften. Auch dort herrscht das Thema Wasser vor. Die Erbauer haben Gärten terassenförmig in die Landschaft gebaut und mit zahlreichen Brunnen zu einem Quell der Lebensfreude gestaltet. Zum geschäftigen Treiben in Rom stellen die Gärten der Villen einen wohltuenden Gegensatz dar. So oder so ähnlich müssen es wohl seinerzeit auch die Römer empfunden haben, wenn sie sich zu ihrer Sommerresidenz nach Tivoli aufmachten.